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Wie alles begann...

Aktualisiert: 30. Dez 2019

Während unseres Roadtrips durch Australien 2018 trafen wir auf viele Paare mit oder ohne Kinder, die während ihrer Weltreise gerade ihren Aufenthalt in Australien verbrachten.

Jannes und ich trafen ein Paar aus der Schweiz auf dem Campingplatz in Hervey Bay und stellten fest, dass wir die gleiche Tour in Fraser Island die nächsten 2 Tage unternehmen würden und so kamen wir ins Gespräch. Seit Anfang Mai befanden sich die beiden bereits auf Weltreise und hatten seitdem schon in Südamerika, Hawaii, Costa Rica, Kolumbien und den USA viel gesehen; nächste Ziele: Neuseeland und Asien.

Wie schon beschrieben, waren sie nicht die einzigen Menschen auf der Durchreise um die Welt.

Auf Fraser Island trafen wir ein irisches Pärchen, dass vorher durch Europa und dann nach Indien gereist war.

Auch auf Lombok ein Jahr zuvor verbrachten wir eine Woche eng mit einer 5-köpfigen Familie, die ihre Elternzeit nach der Geburt ihres dritten Sohnes für eine Weltreise nutzte.


Ich erinnerte mich wieder an meinen unerfüllten Wunsch nach dem Abitur eine Weltreise oder zumindest ein Auslandsjahr gemacht zu haben.


Jedes Gespräch mit weitgereisten Menschen bestärkte mein Fernweh umso mehr. Die einzigartigen Geschichten und Erinnerungen, die sie aus den fernsten Ländern erzählten, ließen meine Augen leuchten und mein Herz schneller schlagen. Ich gewann immer mehr die Überzeugung, dass Menschen, die die Welt bereisen, einen wunderschönen Wandel ihrer eigenen Persönlichkeit durchleben müssen.

Die Reisenden die ich kennenlernen durfte, waren irgendwie anders als die in meiner Heimat. Sie wirkten wie kleine Rebellen, die sich gegen den Alltag wehrten, auf der Suche immer wieder Neues zu entdecken.

Ich fühlte mich genauso (!)

Aber nur wenn ich im Urlaub und an einem anderen Ort war.

Ich fühlte mich unglaublich frei und ungebunden in Städten in denen mich niemand kannte. Ich saugte so viel Bilder und Erinnerungen ein. Nach jedem Urlaub war ich vollgesogen wie ein Schwamm.

Leider verliert auch jeder noch so vollgesogene Schwamm an Wasser und trocknet ganz ohne erneuten Kontakt mit Flüssigkeit aus.

Und jeden Tag nach meinen vergangenen Urlauben bemerkte ich, wie ich immer mehr Bilder und Erinnerungen verlor und mich wieder in meinem Alltag in Schwerin befand.

Viel zu schnell verlor ich das Freiheitsgefühl, dass ich nach unserem Roadtrip in Australien so sehr ausgekostet hatte.


Und das wollte ich ändern!


Ich wollte meinen Traum vom Reisen leben. Ich habe mir viele Gedanken zusammen mit Jannes gemacht bezüglich unserer Perspektiven und die waren auch sehr vielfältig aber leider auch sehr unsicher und umkomfortabel.

Ein Sabbat-Jahr konnten wir nicht ohne Kündigung unserer Jobs realisieren, eine Kündigung war uns einen Sprung zu tief ins Ungewisse und für unbezahlten Urlaub hätten wir ziemlich lange sparen müssen und dann war da noch der stetig klopfende Hintergedanke namens Familienplanung.

Da Jannes sowieso sein Zuhause liebte und Reisen nicht die oberste Priorität für ihn war, schlug er zunächst vor, ich solle doch alleine ein halbes Jahr verreisen.

Was als totaler Vertrauensbeweis begann, wuchs dann zu einer zunächst einmal fixen Idee.

Ich dachte daran, dass mir eine Kollegin vor ein paar Jahren erzählt hatte, dass sie ihren Urlaub angespart hatte und so zwar ein Jahr hart arbeitete ohne Urlaubstage, aber dafür im nächsten Jahr ganze 3 Monate verreist war. Die ganze Sache hatte nur einen Haken: Die ganze Planung ihrerseits war an die Zustimmung ihres Chefs gebunden.

Also nahm ich meinen Mut zusammen, schrieb mir meine besten Argumente auf ein Stück Papier und ging in das Büro meines Chefs. Unerwartet stimmte er meinem Vorhaben zu und wie ich nun mal bin, saß ich sobald ich zuhause war am PC und suchte mir die schönsten Orte raus.

Ich bremste mich aber ziemlich schnell selbst mit dem Gedanken, wie viele Flüge ich wohl in Anspruch nehmen würde, um an all die Punkte zu gelangen, die ich mir so vorstellte. Denn halten wir mal fest: eine Weltreise ist alles andere als ressourcenschonend oder nachhaltig!


Also fand ich einen wunderbaren Kompromiss darin, meinen Traum in einem eigenen Wohnmobil-Ausbau zu verwirklichen.

Das Leben im kleinen Hippie Camper in Australien hatte es uns beiden sehr angetan mit all seiner Flexibilität, Freiheit und der komfortablen Art zu reisen. Also warum nicht einen Roadtrip durch Europa starten?!



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