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Weniger Plastik im Badezimmer

Aktualisiert: Feb 12

Was haben wir heutzutage alles im Badezimmerschrank zu stehen... Während vor ein paar Jahrzehnten die Auswahl der Pflegeartikel viel begrenzter war, sind der Kosmetik und Pflege heute keine Grenzen mehr gesetzt. Wie sollen wir noch entscheiden können, welche Pflegeprodukte wirklich essentiell sind, um Hygiene zu wahren, wenn wir doch von sämtlichen Werbeanzeigen in den Medien eingetrichtert bekommen, wir würden alles brauchen?

Ich glaube, ich lehne mich nicht weit aus dem Fenster, wenn ich sage, dass das derzeitige Angebot von Pflegeprodukten wenig mit der ursprünglichen Intention von Hygieneerhaltung zu tun hat.

Mundwasser, Zahnseide, Zahnpasta, elektrische Zahnbürste, Zahnaufhellungsset, Duschgel, Körperöl, Body Lotion, Körper- und Gesichtspeeling, Waschlotion, Toner, Tages- und Nachtcreme, Serum, Gesichts- und Haaröl, Shampoo, Spülung, Haar- und Gesichtsmaske, Nagellack, Badesalze und und und stehen in den Badeschränken der Mehrheit der Frauen.

Ich nehme mich mit Nichten davon aus. Ich habe bereits selbst viel aus meinem Badezimmerschränkchen aussortiert. Und doch kann ich genauso wenig auf einige Dinge verzichten, die im 18. und 19. Jahrhundert keine Rolle für die Pflegegesundheit gespielt haben. Mein Badezimmer nur mit Zahnbürste, Zahnpasta, ohne Seife und Shampoo könnte ich mir nicht gut vorstellen (mal von dem Pflegereichtum abgesehen, bin ich auch der festen Überzeugung, meine Haut würde durch eine fehlende Pflegeroutine ziemlich schnell "Entzugserscheinungen" erkennen lassen).


Worauf ich aber eigentlich aufmerksam machen möchte, ist die unglaubliche Zahl von Verpackungsmüll, den wir durch den Kauf der genannten Produkte produzieren!

Zahnärzte z.B. empfehlen einen Wechsel der Zahnbürste nach 3 Monaten. Das macht 4 Zahnbürsten pro Jahr. Leider ist es weiterhin so, dass die meisten in Drogeriemärkten angebotenen Zahnbürsten

1. Zahnbürsten aus Plastik sind und 2. in Plastikverpackungen umhüllt sind. Bei 83 Millionen Menschen in Deutschland kommen wir auf eine ungefähre Anzahl von 332 Millionen Zahnbürsten, die produziert, genutzt und entsorgt werden. Dazu kommt, dass die aus Erdöl hergestellte Zahnbürste unter dem Verdacht steht, gesundheitsschädigende Auswirkungen auf unseren Körper zu haben, da wir bei jedem Zähneputzen kleinste Plastikpartikel aufnehmen.

Das gleiche gilt natürlich für jeglichen Gebrauch von Pflegeprodukten mit Plastikummantelung.


Was ist nun die Alternative ?

Mittlerweile gibt es zahlreiche plastikfreie, ressourcensparende und damit nachhaltige Alternativen für die tägliche Hygiene im Bad. Plastik- Bürsten, -Zahnbürsten und -Rasierer gibt es mittlerweile in kostengünstigen Holzvarianten. Duschbad, Shampoo, Haarkuren, Flüssigseifen, Cremes und andere Reinigungsprodukte sind in den gängigen Drogerien als feste Seifen oder in Glasbehältern erhältlich. Seit Kurzem bin ich ebenso begeistert von "Nachfüll-Aktionen" (wie z.B. seit langer Zeit bei "Lush" bekannt). Der Konsument kann sein Produkt, nachdem er es geleert hat, zurück in den Laden bringen und die Verpackung erneut befüllen.

Als ich nach und nach auf ein nun fast plastikfreies Badezimmer umstieg, kamen mir natürlich auch viele Bedenken, wie ich die neuen Produkte vertragen würde. Ich hatte bis dahin zwar keine feste Pflege-Routine gefunden und war auch alles andere als beständig in meiner Auswahl und trotzdem begegnete ich vor allem dem festen Haarshampoo mit Skepsis. Würde dieses feste Shampoo meine Haare genug pflegen? Raut es die Haarstruktur nicht viel zu sehr auf ? Ist das überhaupt handlich?

Die skeptischen Gedanken im Vorfeld waren wie so oft ohne Grund. Mein Haar nahm die festen Seifen, die zumeist aus reichhaltigen pflanzlichen Ölen bestehen, dankend an. Klar, musste sich mein Haar auch erstmal daran gewöhnen. Aber nach 3-4 Haarwäschen stellte sich bereits eine Besserung ein. Meine Haare fassten sich griffiger und stärker an.

Der Umstieg von verpacktem Duschbad zu fester Seife war dann auch nicht weit und ich war begeistert von dem Dufterlebnis, das scheinbar länger erhalten blieb, im Vergleich zu den vorher gekauften Duschprodukten.

Irgendwann wagte ich mich dann auch an den Rasierhobel.

Ich war es leid, so teure Klingen alle 2-3 Monate zu kaufen. Vor dem Rasierhobel besaß ich einen bekannten Damenrasierer und bezahlte in besagtem Zeitraum 12 € für ein 4er Pack Klingen. Mit dem neuen Rasierhobel, bezahlte ich für ein 100er Pack Klingen bereits nur noch 9€! Die finanziellen Fakten sprechen also für sich. Und in die etwas andere Handhabung fuchste ich mich schnell ein.

Außerdem besorgte ich mir ein 5er Pack waschbarer Wattepads zum Entfernen von Make-Up. Da ich mich eh nicht oft schminke, reicht mir die geringe Anzahl völlig aus. Zudem benutze ich die Wattepads nur für das Entfernen meiner Wimperntusche bzw. meines Augen-Makeups. Für das restliche Gesichts-Makeup benutzte ich bereits schon früher ein mildes Reinigungsgel.


Probiert es doch einfach mal aus und schaut, welche Produkte für euch funktionieren. Ich z.B. bin kein Fan von Zahnputztabletten (außer beim Reisen) oder Zahnkreide, da ich damit irgendwie nicht das gewünschte Gefühl von Frische im Mund-/Rachenraum erhalte und deshalb weiterhin Zahnpasta nutze.

Frei nach dem Motto: Alles kann, nichts muss.









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