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Warum eine Menstruationstasse?



Im Alter von 14 Jahren bekam ich meine Menstruation. Diese Zeit war aufwühlend, unangenehm aber auch irgendwie mit Stolz verbunden, eine Frau zu werden. Im Unterschied zu damals, kenne ich meinen Zyklus jetzt in und auswendig. Ich erkenne körperliche Symptome sofort und weiß um ihre Bedeutung.

Ich hatte immer starke Blutungen am ersten und zweiten Tag. An diesen Tagen ging es mir mit, aber auch jetzt, ohne Pilleneinfluss, miserabel. Ich habe starke Krämpfe, fühle mich schlapp, bin leicht reizbar, habe mehr Unreinheiten im Gesicht und großen Appetit auf Süßes. Im Alter von 14-15 Jahren bekam ich von meiner Mutter Binden empfohlen. Diese reichten aber bald nicht mehr aus und mit meinem doch eher körperbetonteren Kleidungsstil und 3-4mal Training in der Woche, musste eine andere Lösung her. Als ich 15 Jahre war, gab es leider noch keine Menstruationstassen und so griff ich zu Tampons. Und die waren ein echter Lebensveränderer für mich. Sie zeichneten sich nicht an der Hose ab, es ging kein Blut daneben und ich spürte sie kaum. Besonders beim Handballtraining, beeinflusste mich meine Periode nur noch rein schmerzlich-kein Zwicken und Zwacken oder ständiges Zurechtrücken während des Sports.

Als ich dann später studierte, hörte ich das erste Mal von den starken Nebenwirkungen der Pille und setzte diese mit 21 Jahren ab. Ich interessierte mich nun mehr für die weiblichen Geschlechtsorgane, den Zyklus und die Menstruation. Dabei wurde mir immer bewusster, dass Eingriffe in den weiblichen Zyklus, bspw. mit hormoneller Verhütung folgenschwere Auswirkungen haben können. Und leider nicht nur die Verhütung. Ich stellte fest, dass in vielen Medien bereits der Einfluss von Chemikalien in Tampons und Binden kontrovers diskutiert wurde.

"Fakt ist {...}, dass in konventionellen Tampons und Binden zahlreiche Giftstoffe stecken können, die natürlich nicht auf der Verpackung deklariert werden müssen: So wurden beispielsweise in Tests des Verbrauchermagazins ÖKOTEST in 11 von 15 Hygieneprodukten Chemikalien gefunden."

Einer dieser Giftstoffe nennt sich Dioxin- ein Bleichmittel, dass bereits seit ewigen Jahren verwendet wird, aber durch neuere schonendere Bleichverfahren (insbesondere von Baumwolle) ersetzt werden könnte. Die in vielen Tampons enthaltene Konzentration von Dioxin wird als gering eingeschätzt und ist somit in Hygieneprodukten verwendbar. Ich hinterfrage trotzdem, ob diese geringe Indikation mit monatlich mehrfacher Zufuhr nicht doch eine gesundheitsschädliche Wirkung entfalten könnte, gerade weil Dioxin nur sehr langsam vom Körper abgebaut werden kann.

Ein anderer Giftstoff ist das Formaldehyd, dass nachweislich in Verpackungen von Tampons steckt. Auch hier wurden keine gesundheitsschädlichen Auswirkungen angezeigt, jedoch bleibt auch hier fraglich ob eine Studie mit eingepackten Taschentüchern gleichzusetzen ist ,mit eingepackten Tampons, die bekanntlich längerem Körperkontakt ausgesetzt sind.

Auch Phthalate wurden in 10 von 15 Slipeinlagen/Binden durch Stiftung Warentest gefunden. Wer nicht weiß was Phthalate sind, sie finden sich fast in allen Alltagsgegenständen aus Plastik: In Verpackungen, Spielzeug oder auch in einigen Duschgels. Phthalate sind Weichmacher, denen einen fruchtbarkeitshemmende Wirkung attestiert wird, weil sie hormonähnlich auf den Körper einwirken.

Laut einer Studie der Washington University School of Medicine sind Phthalate stellvertretend für eine um 2,3 Jahre verfrühte Menopause bei Frauen. Diese verfrühte Menopause kann sich negativ auswirken in Herz-Kreislauf-Störungen, Osteoporose oder als Schlaganfall.

Die Universität in La Plata, Argentinien stellte außerdem geringe Mengen von Glyphosat(Pestizide mit krebserregender Wirkung) in Baumwollprodukten, wie u.a. Binden, fest.

Belies dich auch gerne weitergehend zum Toxischen Schock-Syndrom (kurz:TSS). TSS ist ein Krankheitsbild welches mit dem Tampongebrauch in Verbindung gebracht wird und kann, wie der Name schon sagt zu einem toxischen Schock führen. Fieber, Erbrechen, Kopf- und Halsschmerzen, Durchfall, sonnenbrandähnlicher Ausschlag an betroffenen Hautstellen bis hin zu Ohnmacht sind auftretende Symptome der ernst zu nehmenden Krankheit.


Neben den oben aufgeführten Giftstoffen und der Aufklärung über TSS führte mich mein steigendes Interesse für Nachhaltigkeit vor die Wahl der alternativen Menstruationsprodukte.

Da ich möglichst wenig Müll produzieren wollte und weniger zur Toilette gehen wollte, um die Hygieneprodukte zu wechseln, entschied ich mich schnell für die Menstruationstasse. Die Tasse hatte den großen Vorteil zu anderen Produkten aus z.B. zertifizierter Bio-Baumwolle, dass sie günstig in der Anschaffung ist, leicht zu reinigen, nicht viel Platz auf Reisen benötigt und für bis zu 8h Stunden im Körper verbleiben kann, ohne gesundheitsbedenkliche Auswirkungen.

Meine erste Tasse war die von organicup. Ich behielt sie etwa für ein halbes Jahr und bemerkte, dass mir das Fassungsvermögen, vor allem an den ersten beiden Tagen meiner Periode nicht ausreichte und das Material nicht robust genug war. So knickte die Tasse oft beim Sitzen oder Liegen und lief aus. Ich schaute also weiter und entdeckte, dass es materialstärkere, robuste Menstruationstassen für Frauen mit einem starken Beckenboden und dünnwandigere, flexible Menstruationstassen für einen weniger muskulären Beckenboden gibt. Außerdem gibt es Tassen mit unterschiedlichen Fassungsvermögen oder Tassen für Frauen, die bereits entbunden haben.Ich bestellte mir also eine passendere für einen starken Beckenboden und bin seit 2 Jahren super zufrieden. Leider kann ich dir die Marke nicht nennen, da ich keinen Kaufbeleg mehr habe und auch keine Bezeichnung auf der Tasse zu finden ist. Ich verlinke euch hier aber gerne mal einen aktuellen Test von Menstruationstassen, unter dem ihr euch gerne weitergehend belesen könnt. Übrigens: Laut organicup benutzt eine Frau in einem 2-Jahres-Zeitraum etwa 528 Binden oder Tampons. Mit der Menstruationstasse habt ihr ein Produkt, dass länger hält und weniger Müll verursacht. Sollte die Tasse trotz den genannten Gründen, nicht deine Ansprüche erfüllen, kann ich dir noch die Produkte von der "the female company" empfehlen. Hier bekommst du Binden, Slipeinlagen und Tampons aus Bio-Baumwolle als Abonnement. Warum mir diese Marke sehr am Herzen liegt: Pro abgeschlossenem Abo wird eine weitere Frau in Indien mit einer waschbaren Stoffbinde versorgt.

Noch ein weiteres Herzens-Produkt, dass ich bald auch noch selbst testen möchte, ist die Menstruations-Unterwäsche. Diese mittlerweile hübsch gestalteten Slips, Panties oder Strings z.B. von kora-mikino enthalten eine Saugschicht bzw. Sauglage, die das Menstruationsblut auffängt und trotzdem ein trockenes Gefühl geben, durch eine weitere eingearbeitete Schicht.

Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen mehr über die Menstruationstasse erzählen, als du schon wusstest. Die Quellen habe ich bereits, im Text mit Links gekennzeichnet.

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