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Sommerpause, Standortwechsel und Elektrik

Aktualisiert: Feb 12



Über den Sommer hinweg kamen wir immer seltener zu Rosie. Unsere Hochzeitsplanungen nahmen unsere ganze Aufmerksamkeit in Anspruch. Und so passierte über die Zeit wenig. Wir brachten Rosie mit einem Kurzzeitkennzeichen zu einem Bekannten, der sich mit Elektrik auskennt und konnten nur geringe Fortschritte verzeichnen, da ohne den Einbau der Elektrik kein weiterer Ausbau bzw. Möbelbau möglich war.

Ich bestellte unsere Solaranlage inkl. Laderegler, einen Kühlschrank auf 12V/240 Basis und eine Landstrom-Steckdose.

Für die Solaranlage und die Außensteckdose mussten weitere Löcher in das Fahrzeugblech gesägt werden.

Und die Solaranlage war tatsächlich eine der größten Herausforderungen in unserer gesamten Ausbauzeit. Ich hatte 2 Solarfelder mit jeweils 100W Leistung gekauft, die ideal nebeneinander auf das Dach unserer Rosie passten. Problematisch wurde es bei der Befestigung der Solarfelder. Diese sind laut Anleitung nicht mit Schrauben zu befestigen, sondern mit dem mitgelieferten Kleber "Sikaflex" auf die Dachoberfläche aufzubringen. Generell finde ich diese Idee sehr gut, denn so müssen nicht noch mehr rostgefährdete Löcher in das Fahrzeugblech gebohrt werden. Leider hatten wir durch die Wellen auf dem Fahrzeugdach, teilweise größere Lücken mit dem Sikaflex zu füllen. Da an diesem "Bautag" Jannes nicht da war, machte ich mich selbst ans Werk und war am Ende froh nicht selbst am Dach festgeklebt hängen geblieben zu sein (meine Stärken liegen definitiv nicht im Verfugen, Spachteln und/oder Kleben).

Die vorhandenen Lücken im Fahrzeugdach füllte ich vorher mit Waschmaschinenrüttelplatten-Gummi auf. Wir hatten lange überlegt, welcher Stoff hier am sinnvollsten wäre, weder Rost produziert noch wasserlöslich ist. Im Nachhinein hätte ich gerne den gegebenen Maßen entsprechend angefertigte Plastikteile genutzt. Nur leider fand ich keine.

Weiter ging es mit Schwierigkeit Nummer 2 als es an die Dachdurchführung ging. Hier muss ich zugeben, wir haben uns doppelte Arbeit gemacht und doppelt Material verbraucht, weil wir uns wirklich doof angestellt haben. Zu den Solarfeldern und einem passenden Solarladeregler wurde auch eine passende Kabel-Dachdurchführung mitgeliefert. Die eine Seite der Kabel befand sich bereits fest installiert an den Solarfeldern, während die anderen Kabelenden durch die Dachdurchführung (eine kleine halbkreisförmige Plastikbuchse mit einem Loch mit Dichtungsring), wie es der Name schon verrät, durchgeführt werden müssen, um sie im Auto an den Laderegler und den verlegten Stromkreis anzulegen. Nun war unser Problem, dass die noch zu verbindende Seite der Kabelenden isoliert waren, mit einem Plastikverschluss, der sich größer herausstellte, als das Loch mit dem Dichtungsring in der Dachdurchführung. Sprich: Wir dachten der Hersteller hätte uns eine falsche Dachdurchführung geliefert. Anstatt beim Hersteller direkt nachzufragen (das wird mir eine Lehre sein!), bauten wir kurzerhand den Dichtungsring aus, verlegten die Kabel hinein (die ohneDichtungsring jetzt super passten) und schlossen die vorhandene Lücke mit einem Gummidichtungsring und etwas Sikaflex.

Einen Tag später hatten wir den Salat. Wir mussten feststellen, dass sich auf unserem Fahrzeugboden eine kleine Wasserlache gebildet hatte. Die Dachdurchführung war somit undicht. Jannes fluchte was das Zeug hielt. Denn das bedeutete, wir müssten die verklebte Dachdurchführung komplett abnehmen und erneuern. Der Haken dabei war: Sikaflex ist nun mal dafür geschaffen lange zu halten, Wind und Wetter zu trotzen und gegen jegliches Lösemittel immun zu sein. Also fluchte Jannes weiter, während er der Dachdurchführung mit Bremsenreiniger und etwas Verdünnung zu Leibe rückte.

Achtung: Pass hierbei wirklich auf, wenn du Verdünnung, Aceton oder andere Lösungsmittel auf dem Fahrzeugblech verwendest. Diese Lösungsmittel sind teilweise ätzend, sollten in freier Luft oder mit Atemschutz verwendet werden und können den Fahrzeuglack aufweichen und sogar vollständig entfernen!

Somit könnte sich besonders an diesen gefährdeten Stellen schnell Rost bilden. Also wenn du mit diesen Mitteln arbeitest, denke am Ende des Arbeitsschrittes daran einen Rostschutz aufzubringen.


Ich bestellte indessen eine 2-fach Dachdurchführung nach (die kosten glücklicherweise nur wenig Geld) und wir versuchten erneut die Kabel zu installieren. Wir stellten auch dieses Mal fest, dass das Loch in der Dachdurchführung mit dem Dichtungsring nicht größer war, als das welches wir bereits aus der ersten Durchführung entnommen hatten. Der einzige Unterschied: die Dachdurchführung war 2-fach, also mit 2 Löchern und 2 Dichtungsringen darin ausgestattet. Als ich mir dann mal in einem Moment der Wut die Kabelenden genauer anschaute, löste ich die Plastik-Verschlusskappen von dem Kabel und gab so die Kupferenden frei. Ich rief Jannes dazu und zeigte ihm erleichtert die Lösung, während er mich bloß teilweise wütend, teilweise überrascht anstarrte. Ich sagte ja schon, dass unser Bekannter zu dessen Werkstatt wir Rosie gebracht hatten, Ahnung von Elektrik hatte oder? Bevor wir die erste Kabeldurchführung angebracht hatten, sagte er uns, dass die Verschlusskappen nicht gelöst werden sollten. Wie sich herausstellte (durch ein bisschen Trotz meinerseits) sollte man sogar die Verschlusskappen lösen, die Kabel ohne die Kappen durch die Dachdurchführung ziehen und konnte die Kappen, dann wieder aufsetzen. Wir waren wütend und erleichtert zugleich. Wir hätten uns viel Aufwand sparen können, aber endlich konnte es weitergehen und es kam kein Wasser mehr ins Auto. Die Dachdurchführung hält nun bombenfest und ist witterungsbeständig. Und das ist nun mal die Hauptsache!


Bis zum Ende des Sommers waren dann alle notwendigen Kabel verlegt. Ein Spannungswandler, eine 1000Ah Lithium-Ionen Batterie und eine Standheizung zogen außerdem in unsere Rosie ein. Und ich lackierte die Innenseiten der Hecktüren in weiß um, passend zu dem späteren Innenausbau und der Decke.




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