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Möbelbau

Als wir die Holz-Verkleidung in Rosie fertiggestellt hatten, konnten wir mit dem Möbelbau beginnen. Wir mussten uns der großen Problematik stellen, dass eine Wasserwaage und ein Winkelmesser uns nicht weiterhelfen würden. Wir hatten nie einen komplett geraden, ebenen Untergrund unter Rosies Reifen, noch dazu war in dem Auto nichts wirklich gerade, außer die Metallstreben, die nun unter der Verkleidung nicht mehr sichtbar waren. Und so entschieden wir uns dafür genormte Küchen-Unterschränke zu kaufen. Ich entschied mich in dieser Hinsicht schnell für Ikea, da alle anderen Anbieter horende Preise forderten oder der Versand einfach zu teuer wurde. Ich kaufte einen Unterschrank mit 60cm Breite und einen mit 40cm Breite. Um den nachhaltigen Aspekt nicht zu vernachlässigen, entschied ich mich für die "Kungsbacka" Schubladen- und Türfronten, die aus Recyclingholz bestehen und mit einer Kunststofffläche aus wiedergewonnenen PET-Flaschen überzogen sind.


Der 60'er Schrank bekam einen Einlegeboden und zwei Schubladen für das spätere Besteck. Der 40'er Schrank bekam lediglich eine Tür, denn hier bekam sämtliche Elektronik ihren Platz-dieser Schrank war sozusagen unsere Schaltzentrale.

Nach drei Sendungen von ein und demselben defekten Kühlschrank, einem Rechtsstreit und einer Rückerstattung nach 3 Monaten, entschieden wir uns für einen anderen Camping- Online Shop.

Wir haben uns anschließend für den Dometic Cool Matic CRX 80 Kompressorkühlschrank auf 12V und 240V-Basis entschieden. Et voila, dieser kam auch ganz unbeschadet und funktionsfähig bei uns an.

Um möglichst wenig, von dem schon als "flüsterleise" eingestuften Kühlschrank zu hören und die durch den Kompressor entstehende Wärme nicht direkt an unserem Bett zu spüren, bauten wir den Kühlschrank direkt hinter dem Fahrersitz ein. Hier bitte daran denken, ausreichend Platz zu lassen, für das horizontale und vertikale Verstellen des Fahrersitzes.

Im Anschluss an den Küchenaufbau, fing ich an den ersten Hängeschrank zu bauen. Dafür nutzte ich jeweils 2 Holzlatten auf jeder Seite des Hängeschranks, die ich mit Schrauben miteinander verband. Und zwar so, dass diese im nächsten Schritt dazu dienten, die Bodenplatte aus Kiefernholz zu halten. Diese beiden so entstandenen Winkel brachte ich mit langen Schrauben an der Verkleidung an. Um auf einer Länge von 120cm etwas mehr Stabilität zu erzeugen, fertigte ich noch einen dritten Holzwinkel an, den ich dann in die Mitte setzte. An den beiden Außenseiten nutze ich das Profilholz der Verkleidung und als Fronten weiße Sperrholzplatten aus dem Baumarkt, die ich auf der einen Fahrzeugseite in zwei Abteile unterteilte und auf der anderen als ein großes Stauraumfach beließ.


Ich hatte bereits schon früh die Vorstellung in meinem Campervan einen hohen Schrank einzubauen, der von der Decke des Wohnmobils bis zum Boden reichen würde. Also baute mir Jannes, während ich den ersten Hängeschrank anbrachte, neben den 60'er Ikea Schrank einen Hochschrank. Viel Fluchen und Umherschmeißen von Werkzeugen später, war dann auch der Schrank einigermaßen gerade eingebaut. ;) Wir verkleideten den Schrank mit dem Rest unserer Profilholzbretter und bauten in den Schrank weitere zwei 'Kungsbacka' Ikea Fronten ein. Dazwischen ließen wir ein Fach frei, in dem ich gerne später noch Kerzen, Bücher oder ähnliches offen sichtbar machen möchte. Damit diese Sachen nicht während der Fahrt herausfliegen, hat Jannes eine Holzleiste als Abschluss vor das Fach gesetzt.


Der nächste Schritt war der Einbau der Bett-Sitz-Kombi. Trotz Jannes' Größe von 1,93m entschieden wir uns gegen ein Bett mit dem Fahrzeugverlauf. Um mehr Stauraum und Bewegungsfreiheit außerhalb des Bettes zu haben, bauten wir das Bett quer. Jannes brachte zunächst mithilfe von 4 eingedrehten Metall-Bolzen die vier äußeren tragenden Holzstützen am Fahrzeugblech an (nicht an das äußere Fahrzeugblech, sonst verursachst du Rost). Danach setzen wir weitere Holzstützen auf den Fahrzeugboden, wo sie die Begrenzung der Couch bilden sollten. So entstand auf jeder Fahrzeugseite ein Rahmen für eine Art Sitzbank. Die Stützen wurden miteinander durch weitere Holzlatten verbunden und mit Winkeln am Boden fest verschraubt. Achte vor dem Festschrauben darauf, dass eine Seite neben dem zugehörigen Lattenrost noch ein weiteres Lattenrost tragen muss, dass die Breite der Lücke füllen muss, die später als Durchgang zwischen den Sitzbänken dient. Sprich: Baue eine Seite der Sitzbank mindestens so breit, wie der Durchgang wird. Wir bauten eine Sitzbank tiefer, als die andere, um mehr Fläche auf einer Seite zu haben- So können wir uns auf der längeren Seite auch entspannt hineinfläzen.

Das Lattenrost fertigten wir aus zwei bestehenden Rollrosten von Ikea. Wir sägten die Latten auf die entsprechende Länge und brachten sie auf einen Rahmen an. Auf der Seite, die zusätzlich das ausziehbare Lattenrost tragen sollte, ließen wir eine Lücke, die mindestens so breit war, wie eine der Latten. So würden, die zwei Lattenroste aneinander ineinander gleiten, ohne Widerstand.

Um uns den Zugriff auf den unter der Sitzbank befindlichen Stauraum zu erleichtern, ließ Jannes drei Latten des zusätzlichen Lattenrostes etwas länger, damit diese sich in das erste Lattenrost einfügen und beide Lattenroste gleichzeitig anzuheben sind.

Hört sich alles sehr kompliziert an? Tatsächlich war das Bett, neben dem Aufbau der Ikea Schränke, der unaufwendigste Arbeitsschritt. Also lass dich nicht aus der Ruhe bringen.


Verkleidet wurde das Bett dann im letzten Schritt mit weißen Sperrholzplatten vom Baumarkt, die durch Jannes auf das entsprechende Maß zugesägt wurden und durch mich an den Sägestellen durch weißes "Kantoflex" verkleidet wurden.

Es fehlte jetzt nur noch der Spülenschrank, der unsere 30l Frischwasser- und Abwassertanks umschließen sollte. Die größte Herausforderung hierbei war tatsächlich wieder die "Winkligkeit". Um unsere Arbeitsplatte auf den Spülenschrank setzen zu können, musste dieser natürlich gerade abschließen. Für den Bau des Spülenschranks verwendeten wir Multiplexplatten mit weißem Überzug. Diese sägte Jannes zu und justierte damit umher und sägte nochmal, bis es einigermaßen zu passen schien. Die Schwierigkeit wurde erhöht mit dem Einbau der zwei Flügeltüren in dem Spülenschrank. Jannes regte sich an diesem Ausbau-Tag so auf, wie nie in der ganzen Zeit. Ich hatte zwischenzeitig Angst, er würde wieder alles raus reißen! Erst am nächsten Tag schafften wir es die Türen ohne Berührung mit dem Boden unten oder der Arbeitsplatte oben einzupassen. Hurra! Nachdem der Spülenschrank mit 4 Winkeln am Boden verschraubt wurde und auch die Arbeitsplatte fixiert war, brachte ich an der Außenseite des Spülenschranks ein kleines Schuhregal an und Jannes schnitt noch ein Loch für unsere Außendusch-Armatur zu.

Zum krönenden Abschluss des Möbelbaus, setzten wir dann auf unsere Küchschränke die auf Maß angefertigte Arbeitsplatte aus Eichenholz und schnitten ein Loch für das Induktionskochfeld aus. Außerdem war über unserem Kühlschrank noch genug Platz für eine weitere Schublade, die wir aus noch übrigen Holzresten fertigten.




Lange noch nicht am Ende, hatten wir aber zumindest endlich das Gefühl dem Ende einen großen Schritt näher gekommen zu sein.




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